Nachhaltige Kleiderpflege: 10 Tipps, wie deine Kleidung ewig hält

Paulina Kulczycki

„Buy less, choose well, make it last“ – das sind die berühmt berüchtigten Worte von Vivenne Westwood, welche die nachhaltige Modewelt für immer geprägt haben. Das Grundprinzip von nachhaltigem Konsum ist laut diesem Zitat also weniger zu kaufen, dafür aber nachhaltige, hochqualitative Basics zu wählen, die uns zeitlos über mehrere Jahre hinweg begleiten können. Klingt erst mal logisch. Aber wie können wir dazu beitragen, dass unsere Kleidung auch wirklich lange hält? Wir bei SANVT bieten dir nicht nur nachhaltige und hochqualitative Basics, sondern geben dir heute auch 10 Tipps zur nachhaltigen Kleiderpflege!

Statistiken beweisen, dass 20% der Umweltemissionen von Mode erst nach dem Kauf generiert werden. Als Konsumenten sind wir also nicht nur dafür verantwortlich was wir kaufen, sondern auch dafür, wie wir unsere Kleidung nach dem Kauf pflegen und erhalten. Schließlich haben wir mit der Art der Pflege, der Häufigkeit der Wäschen und der Lagerung großen Einfluss auf den Erhalt unserer Klamotten. Wir geben dir die 10 wichtigsten Tipps zur nachhaltigen Kleiderpflege, damit deine Klamotten wirklich langlebig und damit auch nachhaltig bleiben.

Unsere 10 Tipps für nachhaltige Kleiderpflege im Überblick:

    1. Weniger waschen
    2. Kalt waschen
    3. Öko-Waschmittel ohne Weichspüler verwenden
    4. Auf die Pflegehinweise achten
    5. Klamotten auf der linken Seite waschen
    6. Mikroplastik Wäschebeutel verwenden
    7. Lufttrocknen
    8. Steamen, statt Bügeln
    9. Klamotten richtig lagern
    10. Klamotten reparieren lernen

1. Weniger waschen

Der erste und wichtigste Tipp für nachhaltige Kleiderpflege, ist es die Klamotten weniger zu waschen. Denn häufiges Waschen, wäscht Kleidung mit der Zeit aus. Ganz einfach. Dabei tragen viele Konsumenten ein Teil nur ein Mal und haben danach den Reflex es direkt in den Wäschekorb zu schmeißen. Und bei einigen Ausnahmen, wie Unterwäsche oder durchgeschwitzten T-Shirts, macht das natürlich Sinn. Aber sofern die Kleidung nicht dreckig oder muffig ist, können wir sie gut und gerne noch einige Male mehr tragen, bevor wir sie wieder durch einen Wäschegang schleudern. Damit werden die Fasern und Farben unserer Klamotten längerfristig geschont.

2. Kalt waschen

Einer der Gründe, warum Kleidung durch häufiges Waschen geschädigt wird, ist das Waschen in hohen Temperaturen. Wärmeres Wasser ist deutlich härter zu den Stoffen und kann zum Schrumpfen, Verblassen und zum Verlust von Mikrofasern führen. Außerdem verbraucht das Erhitzen von Wassers 90% der Energie, die für den Betrieb einer Waschmaschine benötigt wird! Wenn du deine Klamotten kalt wäschst, schonst du nicht nur die Materialien, sondern sparst auch noch unfassbar viel Energie. Aber wird die Kleidung dann trotzdem sauber? Absolut! Früher wurde in warmen Wasser gewaschen, um Waschmittel zu aktivieren. Aber mittlerweile funktionieren moderne Waschmittel genauso gut in kaltem Wasser.

3. Ökowaschmittel verwenden und Weichspüler weglassen

Ein weiterer Tipp für nachhaltige Kleiderpflege ist es ausschließlich Öko-Waschmittel zu benutzen, um nicht nur unsere Klamotten, sondern auch unsere Haut und die Meere zu schonen. Herkömmliche Waschmittel enthalten oft Mikroplastik und umweltschädliche Giftstoffe, die über unsere Waschmaschinen in die Abwässer und schließlich die Meere unserer Erde fließen und damit das maritime Leben gefährden. Weichspülern wird zudem nachgesagt, dass sie Gerüche in Klamotten binden, schädliche Chemikalien und hautreizende Stoffe enthalten. Verwende also nur natürliche Seifen und lass die Finger weg von Weichspülern!

4. Auf die Pflegehinweise achten

Um deine Klamotten richtig pflegen zu können, musst du aber natürlich erst wissen, um welches Material es sich handelt. Schließlich haben unterschiedliche Stoffe unterschiedliche Pflegehinweise. Gewöhne es dir also an, auf die Etiketten deiner Klamotten zu achten, bevor du sie kaufst und wäschst. Dadurch wirst du nicht nur achtsamer im Konsum und kaufst tendenziell hochqualitativere Teile, sondern stellst zusätzlich sicher, dass deine Kleidung nicht etwa durch falsche Pflege und Wäsche Schaden davon trägt oder einläuft.

5. Klamotten auf der linken Seite waschen

Eine kleine, aber dennoch wirkungsvolle Geste deine Klamotten bei den Wäschegängen zu schonen, ist es sie auf der linken Seite zu waschen. Dadurch wird die Faserstruktur auf der sichtbaren Oberfläche schonender gespült. Außerdem solltest du darauf achten, dass die Waschmaschine nie zu überfüllt ist. Dies kann nämlich zur Reibung beim Waschen führen, was die Fasern der Klamotten zusätzlich schädigen kann.

6. Mikroplastik Wäschebeutel verwenden

Natürlich empfehlen wir in erster Linie Klamotten aus biologischen Naturfasern zu kaufen, da diese weitaus umweltfreundlicher und nachhaltiger sind, als synthetische Stoffe. Wenn du aber dennoch Sportbekleidung oder Badesachen aus Kunststoffrasen enthältst – wie recyceltes Polyester oder Nylon – dann empfehlen wir dir dringendst einen Wäschebeutel zu verwenden. Dieser fängt das Mikroplastik von den Klamotten auf und verhindert, dass es in die Meere gespült wird. Ein effizientes Produkt, das wir empfehlen können ist der Waschbeutel von Guppyfriend.

7. Lufttrocknen

Es gibt nichts Schöneres als den Geruch von frisch gewaschener, luftgetrockneter Wäsche, wenn man sie von der Wäscheleine nimmt. Das Lufttrocknen riecht allerdings nicht nur gut, sondern ist auch besser für die Kleidung und die Umwelt. Das Trocknen im Wäschetrockner verbraucht nämlich nicht nur viel Energie, sondern kann ebenso wie häufiges Waschen bei hohen Temperaturen, bestimmte Fasern schädigen. Stattdessen genügt es, die frisch gewaschene Wäsche auszuschütteln und entweder draußen auf der Wäscheleine, auf dem Wäscheständer oder auf Kleiderbügeln zum Lufttrocknen aufzuhängen. Auch hier ist es ratsam, auf die Etiketten und Pflegehinweise zu achten, da einige Kleidungsstücke, wie z. B. Wollpullover, besser flach getrocknet werden sollten.

8. Steamen, statt bügeln

Wir sind ganz ehrlich mit dir: Wir persönlich bügeln unsere Klamotten nie. In den meisten Fällen genügt es unserer Meinung nach gut ausgeschüttelte, luftgetrocknete Kleidung. Wenn du allerdings zu jenen Menschen gehörst, die ihre Kleidung komplett faltenfrei haben möchte, dann empfehlen wir deine Kleidung zu steamen, statt zu bügeln. Dämpfen ist viel schonender für deine Kleidung, da die Hitze des Geräts nicht direkt mit dem Stoff in Berührung kommt. Dies gilt insbesondere für empfindlichere Stoffe wie (faire) Seide. Nur im absoluten Notfall, wenn sich die Falten mit Dampf allein nicht beseitigen lassen, sollte man zum klassischen Bügeleisen greifen.

9. Klamotten richtig lagern

Über das Waschen, Trocknen und Bügeln hinaus, ist das richtige Lagern von Klamotten unglaublich ausschlaggebend für deren Lebensdauer. Besonders der richtige Schutz vor Kleidermotten und Schimmel ist wichtig, damit unsere Klamotten nachhaltig und langlebig bleiben. Wir empfehlen die Kleidungsstücke an einem kühlen und trockenen Ort aufzubewahren, um sie vor Feuchtigkeit, Sonnenlicht und Hitze zu schützen. Vergewissere dich außerdem (besonders, wenn du Wäschen einsparst), dass die Kleidung sauber ist, bevor du sie einlagerst. Schmutz und Oberflächenabrieb können nämlich Motten anziehen, die deine Kleidung ruinieren können. Strickwaren sollten prinzipiell immer mit Lavendel oder Mottenkugeln aufbewahrt werden, um sie präventiv zu schützen. Darüberhinaus ist es wichtig, dass dein Kleiderschrank nicht überquillt, denn die Kleidung braucht Platz zum Atmen – dies verhindert Faltenbildung und Farbverlust durch aneinander reibende Kleidung.

10. Klamotten reparieren lernen

Der letzte Tipp für nachhaltige Kleiderpflege ist es zu lernen, wie man kleine Schäden repariert. Zu wissen, wie man ein Loch zunäht, oder einen Knopf wieder annäht, trägt immens dazu bei, dass deine Klamotten in einem tragbaren Zustand bleiben. Auch das Auffrischen von Kleidungsstücken, wie das Befreien von Pilling eines Wollpullovers oder das Imprägnieren und Ölen von rissigem Vintage-Leder, kann zu einer verlängerten Lebensdauer deiner Klamotten beisteuern.

Nachhaltige Kleiderpflege: Fazit

Mit diesen 10 einfachen Tipps für nachhaltige Kleiderpflege, sorgst du dafür, dass deine Klamotten langfristig schön und tragbar erhalten bleiben. „Buy less, choose well, make it last“, sollte demnach kein Problem mehr sein!

Und falls du dich immer noch fragst, was die Vorteile von Slow Fashion sind, kannst du hier mehr darüber lesen.